Historisches zur Geschichte der Stadtwerke Ilmenau

Bereits seit dem Jahr 1884 versucht der Konditormeister Max Dittmar auf seinem Grundstück in der Lindenstraße 5 und 6 in Ilmenau ein Elektrizitätswerk zu errichten. Ständige neue Forderungen der Baubehörde verzögern den Aufbau bis 1897.


Altes E-Werk um 1920

Zu dieser Zeit wird für kleine Elektrizitätswerke ausschließlich Gleichstrom in Verbindung mit Akkumulatoren erzeugt. So ist es möglich, Spitzenlasten aufzunehmen und nachts ohne Maschinen das Netz mit abgesenkter Belastung zu speisen. Das Speichersystem wird in Ilmenau lange beibehalten, bis in den 50er Jahren der letzte Straßenzug auf Drehstrom umgestellt wird. "Lichtstrom" kostet zu dieser Zeit 60 Pf/kWh, "Kraftstrom" die Hälfte, so dass sich einfache Leute keinen Elektroanschluss leisten können.


Maschinenhalle im alten E-Werk am Bismarckplatz um 1910

Durch Unregelmäßigkeiten in der Stromversorgung hat es die "Elektra A.-G. Dresden" leicht, von der Stadtgemeinde die Konzession zur alleinigen Elektrizitätsversorgung Ilmenaus zu erhalten. Am 14. Dezember 1899 geht das Elektrizitäts-werk am heutigen Homburger Platz offiziell in Betrieb.

Die Entwicklung schreitet voran und schon 1903 wird eine neue Dampfmaschine von 240 PS mit einem Gleichstromdynamo von 155 kW eingebaut. Im Jahr 1908 folgt ein zusätzlicher Kessel mit 150 m2 Heizfläche und eingebautem Überhitzer. 1912 kommt eine neue "Schaltwand" für die Maschinenfelder zum Einsatz. Der anhaltend steigende Energiebedarf erfordert den Einbau einer neuen Dampfturbine von 600 PS der Fa. MAN.


Maschinenleitstand im alten E-Werk um 1910

Nachdem das neue Elektrizitätswerk 13 Jahre erfolgreich arbeitet und ein Trend zur elektrischen Beleuchtung gegenüber dem Glasglühlicht abzusehen ist, werden 1912 von der städtischen Gaskommission Initiativen entwickelt, das private E-Werk von der Stadtgemeinde zu übernehmen.

1916 ist der Vertrag mit der "Thüringischen Elektrizitäts-Et Gas-Werke A.-G.", Apolda, schließlich perfekt. Die Stadtgemeinde ist ab dem 1. Januar 1917 Eigentümer des Elektrizitätswerkes.

Der erste Weltkrieg mit eingeschränkten Kohlelieferungen und Materialzwängen lässt die Entwicklung stagnieren. 1918 werden insgesamt 629.000 kWh ins Netz geliefert gegenüber 829.000 kWh im letzten Friedensjahr.

Am 17. Oktober 1923 wird die "Thüringische Landes-Elektrizitäts-Versorgungs-A.-G.", kurz "Thüringenwerk", gegründet. Hauptaktionäre sind das Land Thüringen und Carl-Zeiss-Jena.

Das Interesse der Kraftwerksbetreiber, möglichst kontinuierlich Strom zu erzeugen, lässt Leistungs- und Arbeitspreise immer bedeutsamer werden. So führt auch das "Licht- und Wasserwerk Ilmenau" im Jahr 1934 für bestimmte Großabnehmer Sperrzeiten ein.

Die Umstellung auf Drehstrom schreitet immer weiter voran. Neben Technikum und Gaswerk muss 1934 auch das Krankenhaus eine Trafostation erhalten, weil Röntgengeräte und Waschanlage Wechselstrom erfordern.

Ilmenau verfügt zu dieser Zeit über 59 km Niederspannungs- und 11 km Hochspannungskabel. 1936 sind ca. 98 % aller Haushalte Ilmenaus an die Stromversorgung angeschlossen.

1948 erfolgt die Enteignung der privaten Energieversorger und es entsteht der "VEB Energiebezirk Süd". Vier Jahre später verlieren dann auch die "Stadtwerke Ilmenau" ihre Existenz.

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